Donnerstag, 28. Februar 2013

Solomon Islands

Ich lande gegen 14 Uhr ortszeit in Honiara, der Hauptstadt der Salomonen auf der Insel Guadalcanal. Die Jungs warten schon auf der Aussichtsterrasse des Airports und winken mir zu. Da ich bis jetzt keine Gelegenheit hatte richtig tauchen zu gehen habe ich mir mal was gegoennt und mir einen Flug auf die Salomonen, nord-oestlich von Australien, gebucht. Da ich momentan einfach Glueck habe, habe ich durch Kontakte Freunde auf den Salomonen gewonnen was Unterkunft, Fortbewegung und Tauchen erleichtert hat...Die ersten Eindrucke erinnern mich sehr an Fiji oder die Dominikanische Rep.. Das Leben hier ist groessten Tels aermlich und die Stadt ist sehr verdreckt. Trotzdem sind alle froehlich und winken einem zu. Das Wetter ist nicht schlecht, leicht bewoelkt aber sehr schwuel.
Am naechsten Tag geht es gleich zum ersten Divespot am Bonegi Beach. Am Vorabend haben wir mir noch Tauchausruestung von Freunden zusammen gesammelt, jetzt kann es also losgehen. Der Strand ist traumhaft und auch das Wetter verspricht einiges. Die meisten Strandabschnitte auf der Insel sind Privatbesitz der Ureinwohner und so muessen wir bei Nutzung eine Gebuehr bezahlen. Bevor wir ins Wasser gehen gibt es jedoch erstmal die erste Kokosnuss des Tages...und ich muss sagen, sie schmeckt ^^...
Auch unter Wasser ist dieser Spot einfach umwerfend. Hier liegt ein japanisches Transportschiff, welches ueberwuchert ist von Korallen und eine Vielzahl von Fischen beheimatet. Es ist mein erster Wracktauchgang und auch mein erster Tauchgang unter 30 meter!! Aufregend!
Beim zweiten Dive des Tages geht es einen Strandabschnitt weiter. Sofort faellt das Schiffswrack auf, dass teilweise aus dem Wasser schaut.
Am Abend geht es in einen Club. Wir fallen natuerlich dank der hellen Haut sofort auf. Die Jungs werden sofort von Inselschoenheiten umworben und auch ich muss aufpassen. Ich bin froh dass ich die Kerle dabei habe, die wirklich gut auf mich aufpassen. Wir treffen weitere Freunde die uns den ganzen Abend einladen. Dazu werden wir auf den VIP Balkon eingeladen, welcher einen netten Blick auf die Tanzflaeche bietet. Es ist wirklich eine extreme Erfahrung wenn man nur wegen der Hautfarbe solche Privilegien erfaehrt. Ich fuele mich sehr unwohl und entscheide mit ein paar Freunden und zwei Einheimischen Maedels auf die Tanzflaeche zu gehen anstatt auf dem Balkon zu "tronen". Natuerlich werd ich sofort angetanzt aber die Maedels geben ihr Bestes um saemltliche Typen von mir fern zu halten...ein wirklich sehr unangenehmes Gefuehl :-/
Der naechste Tag ist der heissteste und schwuelste Tag der Woche und wir liegen den ganzen Tag mit einem Hangover auf der Coach...schlechtes Timing nenne ich sowas! Zusaetzlich bin ich uebersaet mit Muecken und Sandflystichen..arg! Gut dass ich Malariatabletten nehme. Bei der Stichdichte ist die Chance dass eine Dabei war nicht gerade gering.
Den Tag darauf geht es alles wieder besser und wir fahren die Kueste etwas weiter um mit einem Speedboot etwas weiter aufs Meer zum Outer Reef zu fahren. Hier sehe ich meine ersten Haie auf den Salomonen. 5-6 Black und Whitetip reefsharks dazu einen grauen Reefshark. Eine gute Ausbeute fuer den ersten Tauchgang.
Dass Wetter wird immer bescheidener und am naechsten Tag giesst es in Stroemen. Bloed dass wir eine recht teure Tour mit der Tauchschule zur enachbarten Inselgruppe gebucht haben. Uf der Ueberfahrt werden wir maechtig durchgeschuettelt und dazu vom Regen durchnaesst. Alle sind erleichtert als wir endlich nach 1 1/2 Stunden am Spot ankommen und ins warme Wasser rutschen koennen. Trotz schlechten Wetter werden wir belihnt mit einer Vielzahl von Fisch und Korallen. Wir sehen einige Haie und viiiiele schoene Nacktschneckis =) Dank hohem Wellengang, Regen aus allen Richtungen und maechter Stroemungen sind wir am Ende des Tages fix und fertig und freuen uns auf das Sofa.
Fuer die letzten zwei Tauchgaenge fahren wir wieder mit dem Speedboot raus ans Outer Reef. Es regnet. Jedoch werden wir von einer Delphinschule ueberrascht die unser Boot eine weile begleitet. Leider sind sie schon wieder weg als wir uns ins Wasser lassen. Aber ihr fiepen ist unterwasser noch gut zu vernehmen.
Den lezten Tag verbringen wir in der Stadt im National Museum und in Souvenierlaeden. Kaum zu glauben wie schnell die Woche schon wieder umgegangen ist. Schade

Dienstag, 12. Februar 2013

AIMS

"Cape Ferguson, Cape Ferguson... This is Tender. The three divers are in the water. Over" " This is Cape Ferguson, thank you tender, we are on standby." Die Wellen schlagen gegen das kleine Schlauchboot. Die Sonne steht hoch am Himmel und trocknet in Sekunden die Salzwassertropfen auf der Haut. Ein paar Luftblasen wenige Meter neben dem Boot zeigen noch den Standort der Taucher an, die sich soeben ins Wasser gelassen haben. Jetzt heisst es warten..... Das "Australian Institute of Marine Science" (AIMS) ist eine von der Regierung gefoerdete Einrichtung, die sich mit der Erforschung und Beobachtung der marinen Lebensraeume rund um Australien beschaetigt. Dabei werden besonders Schwerpunkte in den Bereichen marine Biodiversitaet, Einfluesse und Anpassungen des Klimawandels, Wasserqualitaet und die Gesundheit der Oekosysteme gesetzt. Von den Ergebnissen der Studien profitieren hierbei sowohl die Fischerei, die Oel- und Gasindustrie, der Rifftourismus als auch die Aquakulturindustrie. Durch Kontakte meiner Bachelorarbeits-Betreuerin habe ich die Chance bekommen, schnellen Kontakt zu einer der Arbeitsgruppen am AIMS aufzunehmen. Die Arbeitsgruppe findet sich in dem Arbeitsfeld Klimawandel wieder und beschaeftigt sich sowohl mit kalzifizierenden Organismen wie einigen Algen und Korallen (und Foraminiferen) als auch mit Seegurken, -sternen und -igeln. Diese werden allesamt bei sich veraendertem pH und Temperaturen gehalten um die Wachstumsraten, Photosyntheseraten usw. bzw. Fortpflanzungsverhalten zu untersuchen. Als Volunteer werde ich zwar nicht bezahlt, habe jedoch die Chance Kontakte zu knuepfen und viel Erfahrung im Bereich mariner Forschung zu sammeln. Ausserdem wurde mir eine Unterkunft direkt am Institut bezahlt, sowie ein Speedbootkurs, ein Erste Hilfe Kurs und eine Funkausbildung. Dazu durfte ich an einer einwoechigen Expeditition mit dem Forschungsschiff Cape Ferguson teilnehmen. Hierbei tourten wir zwischen den Inselgruppen der Palm Islands in der Mitte des Great Barrier Reefs herum und nahmen auch einen Abstecher zum Rib Reef am aeusseren Rand des GBRs vor. Auf dieser Tour waren Doktoranden und Postdoktoranden verschiedener Fachgebiete an Board. Es wurden Korallen, Sedimente, Seeigel und Algen gesammelt und sowohl an Board als auch direkt vor Ort am Meeresgrund untersucht. Da ich zz leider nur den Open Water Tauchschein habe durfte ich nur schnorchelnerweise am Ganzen teilhaben. Das war jedoch auch sehr nett =)... Als nun ausgebildete Bootsfahrerin wurde ich des oefteren als Boaty eingesetzt. Dh ich musste das kleine Schlauchboot beladen, sicherstellen das alle eine nette kleine Schwimmweste an haben, das Boot raus zur Divesite fahren, wenn alle im Wasser sind einen Funktspruch ans Mutterschiff (nein nicht im Weltall!) abgeben das alle im Wasser sind, dann die Taucherflagge raushaengen und warten bis alle wieder an Board sind. Das hat dann schonmal 90 Minuten gedauert und man musste aufpassen, dass man nicht verbrennt und vertrocknet.
An Board der Cape Ferguson waren meine Aufgaben eher auf das Anreichen von Material und das Messen von pH, Temperatur und Sauerstoff beschraenkt. Was jedoch vor allem am Aussenriff durch starken Seegang (ja auch ich war seekrank :-/) nicht sehr leicht war. Ueberlebt habe ich das ganze dann nur durch sehr viel Ingwertee mit Honig und In-der-Ecke-liegen. Der Tag begann meist zwischen 5:30 und 6 Uhr in der Frueh. Fruehstueck gab es um 7 Uhr. Um 10 Uhr gab es zur Pause ein paar sehr leckere Haeppchen vom Koch und um 12:30 Uhr dann Mittagessen was meist ein Bueffet aus verschiedenen Kleinigkeiten war. Abends gab es dann ein 5-Sterne Essen gezaubert. Das nenn ich doch ein Forscherleben ;-) Am Institut habe ich die erste Woche Seeigel-Spermien-Videos analysiert. Da der ein oder Andere jetzt schmunzeln wird muss ich klarstellen dass das nun wirklich nicht so einfach ist ^^...die Spermien duesen ueber den Bildschirm und du musst sie markieren und mittels einem Programm die Geschwindigkeit messen. Dazu in dem Gewusel auch noch die Spermien zaehlen, die sich nicht bewegen. Des Weiteren habe ich die Spermiendichte der Loesungen unter dem Miktoskop ermittelt und dem Doktoranden (kommt aus Bremen) bei seinen Versuchen geholfen. Ich wohne zz on Site, dh direkt am Institut. Dieses liegt etwa 50 min suedlich von Townsville City in einem Nationalpark. Vorteil: schnell bei der Arbeit, Ruhe, eigenes Apartment mit Kueche, Bad und riesen Bett, wunderschoen einsamer Strand vor der Haustuer und free Internet...Nachteil: Abgeschieden von der Aussenwelt !!!! Aber dass ist nicht soo dramatisch...wenn ich ueber das Wochenende mal in die Stadt moechte kann ich bei einer Freundin unterkommen und meine Einkaeufe erledigen oder Freunde im Guesthouse besuchen. Ausserdem sind es ja nur noch 4 Wochen am AIMS ;-) naechste Woche mache ich erstmal Urlaub. Da ich 3 Monate auf der Farm gearbeitet habe und beim Fieldtrip ja nicht mittauchen durfte habe ich mir einen Flug auf die Salomonen gegoennt. Die liegen Nordoestlich von Australien im Pazifik und gelten als Tauchparadis schlecht hin. Na dann bin ich ja mal gespannt ;-) Da die Salomonen ein extrem Malariegebiet sind habe ich mich auch schon artig mit Vorsorgetabletten eingedeckt...Die muss ich auch noch 4 Wochen nach der Reise einnehmen, damit auch wirklich nichts passieren kann...:-/ Ich melde mich! Mareike PS> speziellen Gruss an Nina! Ich habe einen Sportkeller am AIMS entdeckt in dem ich jeden Abend ne Runde Spinning betreibe ;-)leider seeeehr alte Geraete und keine so nette Gesellschaft wie in Bremen !